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VERNETZT DENKEN WICHTIGER DENN JE

In der Vernetzung und in Kooperationen von Gemeinden liegen Potenziale, die genutzt werden sollten. Deshalb war Regierungsrat Walter Schönholzer am Freitagabend, 30. September 2016, zu Gast in der Mehrzweckhalle in Bottighofen. Am Abend der interkommunalen Zusammenarbeit zeigte er neben anderen Experten den über 60 Behördenvertretern aus der Regio Kreuzlingen auf, weshalb die Region als «gemeinsamer Nenner» immer wichtiger wird.

«Wagen wir den Sprung!», ermunterte der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer die anwesenden Behördenmitglieder und Gemeindeschreiber der 14 Gemeinden der Regio Kreuzlingen. Er meinte damit den Sprung in eine vernetzte Zukunft. Angesichts der wachsenden Komplexität der Aufgaben, welche die Gemeinden heute zu bewältigen hätten, sei es wichtiger denn je, ein regionales Denken und Selbstverständnis zu entwickeln. Schönholzer – früher selber jahrelang Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg – betonte, dass die Region der «gemeinsame Nenner» sei, um die zukünftigen Herausforderungen in Angriff zu nehmen.

Autonomie dank Teamwork
Die Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen hatte den Abend der interkommunalen Zusammenarbeit zum ersten Mal organisiert. «Einfach gesagt stellen sich nämlich zunehmend auch Gemeinden die Fragen: Was muss selber gemacht werden? Und was kann man effizienter zusammen lösen?», sagte Regio-Präsident René Walther. Gerade in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit liege die Chance zur nachhaltigen Sicherung der Autonomie. Ein leuchtendes Projektbeispiel sei das kürzlich erarbeitete regionale Siedlungskonzept der Regio Kreuzlingen, ergänzte Walther. Mit diesem Anlass wolle man nun weitere Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit aufzeigen und anstossen.

Inputs aus anderen Regionen
Die Regio hatte zu diesem Zweck neben Regierungsrat Walter Schönholzer auch Curdin Derungs eingeladen. Der Experte für Verwaltungsmanagement von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur zeigte anhand von Zahlen aus dem Kanton Graubünden auf, dass sich durch regionale Zusammenarbeitsformen aufgrund von Grössenvorteilen sowohl die Effizienz als auch die Qualität der Angebote steigern lassen. Die interkommunale Zusammenarbeit bringe einen hohen Nutzen, müsse aber aktiv gestaltet und von der politischen Führung gesteuert werden. Die dritte Referentin, Anne Rombach-Jung, berichtete ihrerseits aus dem Alltag als Geschäftsstellenleiterin der Regio Wil. Anhand des ambitiösen Entwicklungs- und Investitionsprojekts Wil West veranschaulichte sie, welche Efforts dank regionalem Denken sogar über die Kantonsgrenzen hinaus möglich sind. Dieses Generationenprojekt habe Vorbildcharakter für regionale, interkommunale und interkantonale Kooperationen und diene der regionalen Standort- und Wirtschaftsentwicklung.

Konkrete Impulse vom Podium
Moderatorin Martina Eggenberger forderte in der Podiumsdiskussion die Referierenden auf, ihre Impulse zu konkretisieren. Dabei machte Walter Schönholzer klar: «Es geht nicht um Planung allein. Eigentlich ist die Bezeichnung Regionalplanungsgruppe falsch. Es geht vielmehr darum, gemeinsame Herausforderungen zu lösen.» Die Regio Wil machte laut Anne Rombach die Erfahrung, dass gute Kommunikation gegenüber allen Zielgruppen wichtig sei, um sich als Region zu positionieren und den konkreten Nutzen der regionalen Zusammenarbeit aufzuzeigen. Curdin Derungs machte Mut, Standortkonzepte zu entwickeln und in der Umsetzung einen langen Atem zu behalten. Das von der Regio Wil angestrebte Flächenmanagement für Ansiedlungen von Unternehmen bezeichnete er als besonders ehrgeizig, wenngleich Anne Rombach in diesem Projekt die Ziele noch nicht erreicht hat und bekräftigte: «Wir geben nicht auf.» Die abschliessende Diskussion nutzten die Gemeindevertreter der Regio Kreuzlingen, um die interkommunale Zusammenarbeit praktisch voranzutreiben.

 

Bildlegende:

Moderatorin Martina Eggenberger forderte die Referierenden heraus (von links nach rechts): Geschäftsleiterin Anne Rombach von der Regio Wil, Regio Kreuzlingen-Präsident René Walther, Regierungsrat Walter Schönholzer, und Hochschul-Professor Curdin Derungs.

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