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REGIONALES KONZEPT ZEIGT WIRKUNG

Die Regio Kreuzlingen setzt auf eine sinnvolle Entwicklung, in der das Wachstum aller Mitgliedsgemeinden aufeinander abgestimmt ist. Sie hat im Zusammenhang mit dem neuen kantonalen Richtplan ein regionales Siedlungskonzept erarbeitet: Deshalb können nun einzelne Gemeinden Bauzonen im Richtplan untereinander abtauschen.

«Das regionale Siedlungskonzept ist im Thurgau einzigartig, zielführend und entspricht den Vorgaben des neuen kantonalen Richtplans», sagt René Walther, Präsident der Regionalplanungsgruppe Regio Kreuzlingen und Gemeindepräsident in Münsterlingen. Obwohl der kantonale Richtplan noch in der Vernehmlassungsphase steckt, geht er davon aus, dass die Erkenntnisse der gemeinsamen Planung der 14 Mitgliedsgemeinden umgesetzt werden können. Das Konzept sei in enger Absprache mit den Verantwortlichen des Kantons und der Gemeinden entwickelt worden. Das Amt für Raumentwicklung habe die Absicht geäussert, die Regionalplanungsgruppen intensiver in die Planung einzubeziehen.

Konstruktiver Widerstand
Ausgangspunkt für das regionale Siedlungskonzept waren Forderungen des Amts für Raumentwicklung nach der Reduktion von Bauzonen in einzelnen Gemeinden, die auf Widerstand stiessen. Man sei sich in der Regio Kreuzlingen aber bewusst gewesen, dass überall verdichtet gebaut werden muss und habe deshalb nach anderen konstruktiven Lösungsansätzen gesucht. Einen Ansatz fand man in der Aufforderung des Kantons, dass die Stadt Kreuzlingen als urbanes Zentrum die bestehenden Richtplan-Gebiete für Wohn-, Misch- und Zentrumszonen beträchtlich erweitern soll. Die Abklärungen haben einerseits ergeben, dass diese Ausdehnung in Kreuzlingen zwar möglich, aber nicht ganz einfach sein würde. Andererseits erschien es folgerichtig, dass andere Gemeinden ihr Richtplangebiet nicht im ursprünglich geforderten Mass reduzieren. 

Intensiver Prozess, gute Lösung
«Nach intensiven Interessenabwägungen sind wir zu einer für alle guten Lösung gekommen», erklärt René Walther das Ergebnis des einjährigen Prozesses. Er freut sich, dass die Stadt Kreuzlingen bereit war, einen Teil ihres zukünftigen Wachstums an andere Gemeinden abzutreten. In einem ersten Schritt bedeute dies, dass die Stadt Kreuzlingen eine Hektare künftiges Richtplangebiet an die Gemeinde Kemmental und 1,9 Hektaren Richtplangebiet gebiet an die Gemeinde Güttingen abtrete. Ein entsprechendes Gesuch, so Kreuzlingens Stadtpräsident Andreas Netzle, sei bei der Finanzverwaltung des Kantons Thurgau eingereicht worden. Er erläutert: «Wir streben differenzierte Aufzonungen an. Die Innenentwicklung soll gefördert und Neueinzonungen sollen auf das unbedingt erforderliche Mass beschränkt werden. Damit besteht im Rahmen der Ortsplanung durchaus Spielraum für die Abtretung von Wachstumspotenzial.» Mit dieser Lösung wird es laut den Gemeindepräsidenten von Güttingen und Kemmental, Urs Rutishauser und Walter Marty, möglich, dass das bestehende Richtplangebiet in den beiden Gemeinden an zentralen Lagen optimal entwickelt werden kann und Güttingen auch kein Bauland auszonen muss. An der Delegiertenversammlung der Regio Kreuzlingen waren sich ausserdem alle Gemeindepräsidenten der Region einig, dass an den diskutierten Standorten eine Reduktion der Richtplangebiete mit Blick auf die regionale Wachstumsverteilung nicht zweckmässig gewesen wäre.

Weiteres gemeinsames Vorangehen
Netzle weist indes darauf hin, dass die profitierenden Gemeinden ebenso in die Pflicht genommen würden. Man habe vereinbart, dass die Regio Kreuzlingen dem Agglomerationsprogramm beitrete, was bislang nicht der Fall gewesen sei und die Zusammenarbeit erleichtere. Zudem sei er dankbar, dass Park and Ride-Anlagen bei den Bahnhöfen und Förderungsmassnahmen für Bahnbenutzer wohlwollend geprüft werden und bei den «Bauland-Nehmer-Gemeinden». Ebenso bestehe die Bereitschaft zur Mitfinanzierung einer Verkehrskampagne für Pendler und von zentralen Infrastrukturen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zudem mit der Gemeinde Bottighofen über die Verlagerung von 3.8 Hektaren Richtplangebiet verhandelt werden. Aus Sicht der Gemeinde Bottighofen besteht laut Gemeindepräsident Urs Siegfried kein dringlicher Bedarf zu einer sofortigen Umverteilung. 

Zweckmässige Wachstumsverteilung
Langrickenbachs Gemeindepräsidentin Fabienne Schnyder, Vizepräsidentin der Regio Kreuzlingen, macht jedoch keinen Hehl daraus, dass sie sich ursprünglich auch für ihre Gemeinde noch etwas mehr Richtplangebiet gewünscht hätte: «Mit Blick auf die nationale und kantonale Strategie, das Wachstum eher auf die Zentren zu fokussieren, sind dies vernünftige Überlegungen.» Auf den ersten Blick entsprächen sie zwar nicht den Gemeindeinteressen. Aber sie räumt ein: «Sie nützen der Region langfristig und sind damit auch für die Gemeinden nachhaltig und bedacht.» 

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